Schick mit gutem Gewissen
04.09.2009 - Von Sabine Demm

Öko-Mode - das Wort beinhaltet für viele einen Widerspruch. Das Image von lila Latzhosen und Strickpullis haftet so zäh daran wie Kleber. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum die Mode von Kirsten Weihe-Keidel im Ausland mehr Erfolg hat als in Deutschland. Doch das ändert sich.


Seit 15 Jahren kreiert die 48-Jährige mit ihrer Firma Sense Organics in Frankfurt junge, trendige Kleidung aus ökologischen Materialien, die noch dazu aus fairem Handel stammen - für ihre eigenen Label wie auch für andere Marken. Die Firmenräume von Kirsten Weihe-Keidel, zugleich die Ideenschmiede des Unternehmens, befinden sich in einem Altbau am Rande des Nordends, in dem sie gleichzeitig auch ihre Wohnung hat.

 


Eine Wand ihres kleinen Büros besteht nur aus vollbehängten Kleiderstangen: Anzüge, T-Shirts, Hemden, Hosen des Labels "so pure" für Erwachsene, das Kirsten Weihe-Keidel vor einem Jahr gründete, und viel Babykleidung, Strampler, Röckchen, Höschen, T-Shirts ihrer Marke "so petit", die sie seit vielen Jahren vertreibt.  

"Das sind die Muster für unsere Mitarbeiter in Frankfurt", erklärt sie. Zu viert entwerfen sie hier die Schnitte und Muster, suchen die Stoffe aus und entwickeln die Kollektionen. Den Glitzer und Glamour der Modewelt sucht man im Nordend allerdings vergeblich. Den findet man im Showroom in Hamburg. Hamburg ist viel mehr Modestadt als Frankfurt. Dass Öko-Mode wirklich den Namen Mode verdient, ist Weihe-Keidel ebenso wichtig wie das gute Gewissen. "Ich war immer grün eingestellt, aber so rumlaufen wie die Ökos wollte ich nicht." Dabei war ihr der ökologische Aspekt nicht genug: "Ich finde, man kann nicht Öko-Baumwolle aus Produktionsstätten beziehen, in denen Erwachsene oder gar Kinder 15 Stunden am Tag arbeiten."  

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